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Kategorie: Rosenheim

Josef Schober (Biografie eines Rosenheimer Kommunisten)

Der Kommunist Josef Schober wurde am 30.09.1902 als Sohn der „Flußbauarbeitersleute“ Johann und Katharina Schober in Kolbermoor geboren. Als er am 26.04.1933 in das KZ Dachau verbracht wurde, stand auf der entsprechenden Liste hinter seinem Namen: „besonders aktives Mitglied der KPD, Verbreiter von Flugschriften und sonst. Werbematerial“. Josef Schober war...

Rosenheimer Straßennamen: Geschichte und fragwürdige Benennungen

Straßennamen begleiten uns im Alltag, ohne dass wir ihnen viel Aufmerksamkeit schenken. Sie geben Orientierung und strukturieren den öffentlichen Raum. Sie leisten aber noch weit mehr. Straßennamen spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen, prägen kollektives Gedächtnis und offenbaren politische Haltungen.[1] In Rosenheim steht das Thema seit Anfang 2022 verstärkt im Fokus. Damals beschloss...

Josef Hefter (Biografie eines Rosenheimer Kommunisten)

Am 26.04.1933 wurde Josef Hefter (geboren am 09.10.1911 in Otterkring, Gemeinde Rimsting) ins KZ Dachau eingeliefert. Er wurde auf der sogenannten „Polizeischubliste“ als „Funktionär der RH“ (Rote Hilfe) und als „sehr radikaler u. führender Kommunist“[1] bezeichnet. Nachdem er am 20.04.1933 verhaftet worden und ins Rosenheimer Gefängnis gekommen war, wurde er...

„Eine Schande für unsere Stadt“: Das Treffen der ehemaligen Waffen-SS-Division „Das Reich“ in Rosenheim, Herbst 1971

Als militärische Eliteeinheit stellte die Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg eine Art „zweites Heer“ neben der Wehrmacht dar. 1944 erreichte sie mit knapp 600.000 Mann ihre höchste Personalstärke.[1] Die Mitglieder der Waffen-SS waren hochgradig ideologisiert und galten als besonders kampfstark – teils waren sie in schwerste Kriegsverbrechen verwickelt. Nach 1945 organisierten sich...

Johann Zeitlhofer (Biografie eines Rosenheimer Kommunisten)

Johann Zeitlhofer kam zusammen mit seinem acht Jahre jüngeren Bruder Josef ins KZ Dachau. Johann trat allerdings politisch viel häufiger als dieser in Erscheinung. Er war, wie es auf der Transportliste heißt, „führender und sehr aktiver Kommunist.“[1] Johann Zeitlhofer wurde am 24.01.1905 in Rosenheim geboren und wohnte 1933, wie sein...

Johann Rosenquist (Biografie eines Rosenheimer Kommunisten)

Johann Rosenquist war der jüngste der ins KZ Dachau verbrachten Kommunisten. Nachforschungen über ihn ergaben Folgendes: Er wurde am 05.04.1914 in Lehe (heutiges Wesermünde), das in der Nähe von Stade liegt, geboren und wohnte in Rosenheim in der Kolbermoorer Straße 4. Er stand am 26.04.1933 erst kurz vor seinem 19....

Zweierlei Sprit: Tankstelle ad absurdum – oder doch nicht?

Kommunale Archivarbeit besteht nur zu einem geringen Teil aus der Erschließung von Nachlässen und Dokumenten verschiedensten Ursprungs mit den unterschiedlichsten Betreffen. Einen Großteil der Arbeit macht die Erschließung, Nutzbarmachung und Aufbewahrung städtischen Schriftguts und von Masseakten aus. Beispielsweise Gewerbeakten. Das mag auf den ersten Blick vielleicht trocken und eintönig anmuten....

Die Rosenheimer Ortsgruppe der KPD. Teil 9: Die zwei Verhaftungswellen im März 1933 und Arbeit in der Illegalität

Die zweite Verhaftungswelle Die zweite Welle, mit der noch weitere Kommunisten ins Rosenheimer Gefängnis gebracht wurden, begann am 29.03.1933. Der Historiker Hartmut Mehringer vermutet in Bezug auf ganz Bayern, „daß sich unter den im März/April 1933 Verhafteten sicher nicht unter 2000, wahrscheinlich sogar über 3000 Kommunisten befanden.“[1] Am 26.04. waren...

Die Rosenheimer Ortsgruppe der KPD. Teil 8: 1932–1933

Verbote und Prügel für Kommunisten (Fortsetzung) Bereits eine Woche später, am 29.07.1932, fand eine öffentliche Erwerbslosenversammlung statt. Ihr Thema war: „Der Kampf der Erwerbslosen gegen Hunger und Faschismus“. Die Versammelten gründeten einen vorläufigen Erwerbslosenausschuss, der die Interessen der Rosenheimer Arbeitslosen beim Stadtrat und dem städtischen Wohlfahrtsamt vertreten sollte.[1] Sie forderten...

Die Rosenheimer Ortsgruppe der KPD. Teil 7: 1931–1932

Verbote, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen (Fortsetzung) Um sich überhaupt in Ruhe treffen zu können, versammelten sich die Mitglieder des „Kampfbundes der KPD“, Ortsgruppe Rosenheim, unangemeldet am 22.08.1931 im Nebenzimmer einer Gastwirtschaft in der Kastenau. Die Zeitung sprach zwei Tage später von einem „abgelegenen Gasthaus“. Die Überschrift ihres Artikels: „Kommunistennest wirdausgehoben“. Im...